Der begegnungsorientierte Ansatz bei Menschen mit Demenz

Längst ist das Thema Demenz zum Markt und mitunter dabei vielleicht auch zum Jahrmarkt unterschiedlicher Handlungsansätze, Modelle und Methoden für den “richtigen Umgang” mit Menschen mit Demenz geworden.

Im Netz finden sich neben einer Vielzahl von Beratungs- und Hilfsangeboten für Angehörige und Betroffene, Workshops, Schulungen oder Seminaren mittlerweile auch die Angebote von “Demenzflüsterern” und Experten, die uns erklären, wie wir durch eine richtige Ernährung vermeiden können, an Alzheimer zu erkranken, oder die ihre noch aus der früheren defizitorientierten Wahrnehmung der Demenz stammenden Anschauungen mithilfe “neuester neurowissenschaftlicher Erkenntnisse” zu belegen versuchen.

Dass in so einem Zusammenhang nicht nur inhaltlich motivierte oder sachlich begründete Einwände mit in die Diskussion eingebracht werden, gehört womöglich mit zum Markt und Geschäft.

Es trägt sicherlich aber kaum dazu bei, die bestehende Praxis in der Alltagsbegleitung und Pflege von Menschen mit Demenz weiter zu entwickeln, und die notwendige Auseinandersetzung darüber konstruktiv fortzusetzen.

Der begegnungsorientierte Ansatz wurde als offen zugängliche aus der Praxis heraus für die Praxis entwickelte Ressource konzipiert. Die Präsenz in den Socialmedia und die darüber auch für andere gegebene Möglichkeit über Anregungen und Kommentare an der Weiterentwicklung des Modells interdisziplinär mitzuwirken war von vorneherein dabei Teil des Konzepts.

Pflegeeinrichtungen können sich bei Interesse fortbilden, beraten und sich nach dem begegnungsorientierten Modell zertifizieren lassen.

Sie können auf dessen Basis aber auch für sie passende Konzepte selbst entwickeln, um diese dann in der eigenen Praxis zu erproben und zu implementieren.

In diesem Zusammenhang freue ich mich auf Ihre Rückmeldungen zu den eigenen Erfahrungen mit dem neuen Modell in der Fortbildung, der beruflichen Weiterbildung oder konkreten Praxis, Ihre Anregungen, Hinweise oder Fragen.

Sebastian Kraus, Berlin, Mai 2020