Interaktives Handeln

Ein interaktiver Ansatz für die Arbeit mit Menschen mit Demenz ist kein Zauberkasten und kein Kochbuch. Jede Interaktion und Begegnung beruht auf ihrer individuellen Konstellation und eigenen Dynamik. So wird es letztlich kaum möglich sein, jeden denkbaren situativen Verlauf einer kommenden Interaktion in Gedanken vorwegzunehmen und zu planen, auch wenn wir uns dies, insbesondere in schwierigen Situationen, mitunter wünschen mögen.

Wenn wir uns schon im Vorfeld bereits auf eine einzelne mögliche Handlungsweise und zuvor festgelegte Methode für den Umgang mit den Mitteilungen und den möglichen Reaktionen des Anderen fokussieren, ist dies in etwa so, als ob wir einen Werkzeugkasten mit uns führen, in dem sich nur ein einziges Werkzeug befindet.

Der begegnungsorientierte Ansatz will an Stelle dessen eine Haltung vermitteln, die es uns möglich macht, in der Interaktion mit dem Anderen selbst und aus ihr heraus die notwendige situative Handlungsbasis zu finden.

„Ohne Kochbuch zu kochen“ heißt dabei keineswegs, allein intuitiv, nach Gefühl oder aus unserem Bauch heraus zu handeln.

Es setzt umgekehrt vielmehr eine genaue situative Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung voraus, und zugleich damit die Bereitschaft dazu, in der Arbeit und Interaktion mit Menschen mit Demenz Neues zu versuchen und authentisch zu handeln.

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