Pflegealltag

Der zuvor schon verwandte Begriff der „Begegnung“ innerhalb unserer Arbeit mit Menschen mit Demenz kann als positive Interaktion definiert werden, in der wir selbst die Person und Begegnungsangebote des anderen annehmen und im gleichen Moment mit uns selber identisch werden.

Dies bedeutet wiederum, sich selbst und den anderen wahrzunehmen und authentisch zu handeln und das dabei Erfahrene zu reflektieren.

Auch wenn das „Spiegeln“ von Emotionen und „Bestätigen“ des von unserem Gegenüber in der Interaktion Gesagten Teil unserer Begegnung mit Menschen mit Demenz sein kann, kann es uns dabei weder primär darum gehen, „in den Fußstapfen des anderen zu gehen“ noch darum, „in seine Welt einzutreten“.

Von zentraler Bedeutung ist vielmehr, Alltagsnormalität, Gemeinsamkeit und eigene Identität darin erfahrbar zu machen.

Wenn wir Menschen mit Demenz dort „abholen“ wollen, wo sie sind, kann dies implizit auch bedeuten, dass wir eigentlich nicht akzeptieren können, wo sie sich befinden, sondern sie dabei auf unser eigenes Terrain „zurück“ führen wollen.

Wenn wir „örtlich und räumlich desorientierte Menschen“ auf ihrem Wege nach draußen wieder „einfangen“ wollen, heißt dies letztendlich, dass wir selbst ihren Alltag und Lebensraum in den Pflegeeinrichtungen als Gefängnis betrachten und entsprechend bevormundend mit ihnen interagieren.