Begegnungen

Die einseitige Fokussierung auf den pflegebedürftigen Menschen und die damit verbundene Verleugnung des Selbst in der Interaktion von Pflegenden bilden einen möglichen Ausgangspunkt für deren situative Verkennung, auch in der Arbeit mit Menschen mit Demenz.

Die Verdrängung des Subjektiven, als vermeintliche unprofessionelle Haltung von Pflegenden, kann dabei zu dessen „Objektivierung“ führen.

Ein Verhalten, das wir als störend empfinden, wird auf diese Weise zur „Verhaltensstörung“ des Anderen, eines das wir als aggressiv wahrnehmen zur „Fremdaggressivität“.

Eine Lösung der vorhandenen Probleme aber wird somit nicht mehr dort gesucht werden, wo diese entstanden sind, in der Interaktion selbst, sondern außerhalb dessen, etwa durch eine medikamentöse Intervention und die Gabe von Psychopharmaka.

Der synantische Ansatz sieht nicht länger „den pflegebedürftigen Menschen“ allein im Zentrum, sondern vielmehr die gemeinsame Interaktion mit ihm, die Begegnung.